Active Lounge: ein kleiner Nachbericht

Gestern Abend fand im H1 die active lounge statt. Hier trafen sich Online-Marketing-Professionals aus „der ganzen Bundesrepublik“ um zunächst etwas Networking zu betreiben und anschließend gemeinsam zu feiern.

Zunächst zur Location: Das H1 ist ein szeniger Club, eigentlich ein sehr nettes Ambiente wenn man sich kurz eingewöhnt hat. Das Personal hinter der Theke und durch den Laden laufend war nett und aufmerksam, kein Grund zu Beschwerden.

Dazu kamen noch eine Menge Hostessen (darf man das eigentlich noch sagen oder ist das mittlerweile wirklich, so wie ich es verwende, eine Beleidigung?). Irgendwo hab ich gehört es wären 25 gewesen, mir kamen die Damen in den weißen und roten Kleidern eher wie 50 und mehr vor. Was natürlich auch daran gelegen haben könnte, dass sie alle einheitlich aussahen, insofern: keine Ahnung. Mit Finger-Food-Tabletts und Servietten bewaffnet zogen sie immer wieder überall entlang, und das Essen war nicht schlecht.

Die Musik war mir von vorneherein allerdings zu laut. Es war noch „networking-Zeit“ und ich hatte mich schon fast heiser geschrien. Was meine Gesprächspartner sagten erahnte ich mehr anhand von einzelnen Wortfetzen, als dass ich verstand. Als irgendwann nach 22 Uhr die Party begann wurde die Musik natürlich unweigerlich nochmal deutlich lauter. Und musikalisch wurde mein Geschmack leider so gar nicht getroffen – aber über Geschmack kann man bekanntermaßen auch nicht streiten.

„Bekannte Gesichter“ von den „üblichen web2.0-Veranstaltungen“ waren eher weniger vertreten, dafür eine extrem hohe Quote an Anzug-Trägern und auch an puren Streifen- oder Karohemden. Und entsprechend steif fühlte sich das ganze für mich auch an: eher steif und gezwungen. Wirklich mehr wie ein Club in einer Partynacht und nicht wie eine geschloßene Gesellschaft.

Vom versprochenen „feiern“ hab ich auch gar nichts mitbekommen, als die Musik lauter wurde habe ich mich irgendwann zum gehen entschlossen. Als dann Olivia Jones auftauchte, um „die Party in Gang zu bringen“ und vorher natürlich noch die gefühlten 30 Sponsoren aufzuzählen und sich zu bedanken, war’s mir endgültig zu viel. Anhand einiger Tweets konnte ich noch lesen, dass später durchaus noch getanzt wurde, aber nach richtiger toller Party klang es auch nicht gerade.

Fazit: An sich eine nette Veranstaltung – irgendwie aber wohl nicht so mein Metier und vor allem nicht mein Stil. Auch wenn ich gegen dauerhafte Bedienung und Gratisdrinks nichts einzuwenden habe, wird die nächste active lounge wohl eher ohne mich stattfinden, denn Kontakte zu knüpfen war mir in dieser Umgebung nicht wirklich möglich – und feiern mit Fremden kann ich auch sonst überall.

PS:  Nein, mein Poken konnte ich natürlich nicht gebrauchen – von den Anzugträgern wär ich beim rausholen meiner süßen pinken Plastik-Geisha wohl auch ziemlich befremdlich angestarrt worden…

Kommentar schreiben