Google Buzz und warum ich keine Lust dazu habe

Seit gestern ist er online, der neue Twitter-Foursquare-Friendfeed-Killer: Buzz aus dem Hause Google. Die Funktionen sind ziemlich schnell erklärt, zumindest wenn man Friendfeed kennt. Man nimmt bestehende Accounts, wie zum Beispiel twitter, flickr und die eigenen Empfehlungen aus dem Google Reader. Diese lässt man automatisiert im Feed von Buzz zusammen laufen (genau wie bei friendfeed, huch?). Die Mitleser können das dann liken und/oder kommentieren (genau wie bei friendfeed, doppel-huch?).

Doch Google wäre nicht Google, wenn es wirklich nur Friendfeed kopieren würde. Es gibt natürlich Neuerungen! Der Standort wird zum Beispiel per Googlemap angezeigt (also latitude). Und das beste: Wenn Freunde kommentieren, bekommt man automatisch den Kommentar auch als Email auf seinen Gmail-Account. Und man kann einfach auf die Email antworten, statt auf Buzz zu klicken um dort den Beitrag mühsam herauszusuchen und dann zu antworten. Und neben jedem Buzz kann ich den GTalk-Chatstatus des Urhebers sehen, um vielleicht gleich mit ihm darüber zu chatten.

Wer sich sein Buzz schonmal angesehen hat hat auch schon herausgefunden, dass ich nichtmal die Leute, bei denen ich mitlesen will, noch suchen muss. Da Google ja eh schon alles über mich weiß erahnt Buzz natürlich, bei wem ich am liebsten mitlesen möchte. Also hab ich schon 9 … Mitzulesende? Doofes Wort übrigens, aber da kann man sich ja noch was überlegen. Und weitere Empfehlungen, wen ich noch mitlesen können wollte, gibt’s dank sehr aktiver Freunde auch bereits.

Wow, das ist ja der Killer schlechthin. Ich lösch sofort alle meine anderen Accounts und benutz nur noch Buzz. Im Gegensatz zu twitter muss ich nämlich auf kaum noch auf Links klicken, weil Bilder oder auch Videos direkt eingebunden werden, die GMaps-Karte selbstverständlich auch. Ach warte mal, selbst das kann Friendfeed ja schon…

Es spricht also eigentlich schon einiges für Buzz: Es ist sehr einfach, sowohl in der Einrichtung als auch in der Handhabung. Es ist praktisch, weil ich mich nur noch auf einer Oberfläche bewegen muss, und dort nicht nur sämtliche neue Fotos, Blog-Empfehlungen, Tweets, Statusnachrichten und Aufenthaltsorte erscheinen, sondern außerdem auch meine Emails. Das ist eindeutig etwas, das Friendfeed nicht bietet, genausowenig wie Facebook übrigens.

Und warum werde ich für meinen Teil es trotzdem nicht nutzen? Man merkte sicher bereits, dass ich schon irgendwie ein friendfeed-Verfechter bin. Vom Grundgedanken finde ich es immer besser, den Urheber zu unterstützen, als den Kopierer. Aber das ist gar nicht mal der Hauptgrund (mittlerweile find ich friendfeed übrigens auch gar nicht mehr so toll wie früher), was für mich viel mehr dagegen spricht ist der absolute Informationsüberfluss. Mein Reader quillt dank eigener Feeds bereits über – zu den Empfehlungen meiner Freunde komme ich auch so schon zu selten. Selbiges gilt dafür, alle Links auf twitter anzuklicken – das sind viel zu viele, und viele davon interessieren mich auch eher peripher. Wenn ich nun wirklich alle meine Freunde auf Buzz mitlese, und diese mindestens in der ersten Zeit sich nochmal doppelt angestachelt fühlen, dort irgendwelche Beiträge zu produzieren (zum Beispiel indem sie ihr Twitterfeed integrieren, dass ich sowieso schon lese! Selbiges für ihre Reader-Empfehlungen.) – dann wird das Ding ganz schnell zum Information-Overkill führen – jedenfalls für mich.

Deshalb wünsche ich euch viel Spaß beim buzzen – wer von mir was lesen will kann dies weiterhin in erster Linie via twitter und in zweiter Linie via friendfeed tun :)

4 Gedanken zu „Google Buzz und warum ich keine Lust dazu habe“

  1. „Und man kann einfach auf die Email antworten, statt auf Buzz zu klicken um dort den Beitrag mühsam herauszusuchen und dann zu antworten.“

    Das stimmt so nicht. In der E-Mail ist unten ein Kommentarfeld. Darin kannst du direkt auf den Buzz kommentieren.

    Den Informationsueberfluss kann ich auf der einen Seite verstehen, aber dann frage ich mich wieder: Warum folgst du Leuten, wenn du es nicht lesen willst?

    1. Okay, verzeih die miss-Formulierung. Man kann also innerhalb der Email den Kommentar absenden. Jedenfalls kann man es innerhalb des Posteingangs machen und muss nicht den speziellen Beitrag raussuchen. Reicht das nicht als Quintessenz? ;) Und zum Verfolgen: Du selbst bist da eigentlich ein gutes Beispiel. Ich folge dir (z.B. auf twitter) weil du unterhaltsame Beiträge schreibst, auch dein Blog lese ich eigentlich gern. Was mich dagegen nicht interessiert sind zum Beispiel deine Standorte oder deine Reader-Empfehlungen, weil die sich meistens um technischen Kram drehen der mich eben nicht interessiert. Bei Buzz habe ich nun die Wahl: mthie oder nicht! Und ich lese lieber nur deine Tweets, adde dich dafür nicht bei latitude und überleg mir das derzeitg wie ich das mit dem Google Reader löse (ich nenn das gerade Schwebephase). Wie sollte ich das bei Buzz am besten lösen? Habe schon versucht per ausblenden vielleicht die Quelle, aber nicht den Nutzer zu blockieren (also wie bei facebook), aber das Feature fehlt mir zum Beispiel.

  2. Ich finde mittlerweile gibt es so viele Soziale Netzwerke, um die so ein großer Hype gemacht wird. Ich benutze mittlerweile gar keins mehr. Der eine ist bei StudiVZ, der andere bei MySpace und der nächste bei Facebook. Aber zum Glück wird die Kritik an Google Buzz immer heftiger: http://mntechblog.mnnet.de/?p=169

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