15 Webseiten, die das Internet veränderten

Auf Hongkiat.com habe ich eine Liste mit eben diesen 15 Webseiten gefunden, die ich hier gerne kommentiert wiedergeben möchte. Es geht um Webseiten, die das Internet nachhaltig verändert haben, weil sie eine besondere Funktionalität o.ä. angeboten haben, die wir heute eigentlich alle als selbstverständlich wahrnehmen. Die Liste ist – für mein Befinden – nicht direkt nach Wichtigkeit sortiert, weswegen ich hier einfach die Reihenfolge übernehme.

  1. Wikipedia
    Als ich auf dem Gymnasium war, war Wikipedia eigentlich schon groß und allgemein bekannt. Meine Lehrer gaben bei den meisten Hausaufgaben mit, dass Wikipedia als Quelle nicht alles sei und vor allem, dass Copy&Paste kein Ersatz für Hausaufgaben wäre. Das hat uns Schüler selbstverständlich nicht interessiert und die normalen Hausaufgaben wurden zu 95% von Wikipedia übernommen (bis auf Mathe).
  2. amazon
    Amazon hat unser Shoppingverhalten stark verändert. Schnell die wichtigen Details für ein technisches Gerät nachsehen, weil sie vom eBay-Verkäufer nicht alle aufgezählt wurden, oder den Neupreis (meistens den günstigsten verfügbaren) nachsehen um den Wert des Gerätes zu wissen war nie einfacher. Auch wenn ich längst nicht nur auf amazon einkaufe, sehe ich fast jedes Produkt das nicht Kleidung ist erstmal dort nach.
  3. Hotmail
    Äh was, Hotmail? Ja Hotmail: es war der erste Emailanbieter, der mit eigener Weboberfläche erlaubte, auf seine Emails von überall wo man online war zugreifen zu können. Vorher gab es häufig nur die Emailadresse vom Onlineprovider, die man in einem Mailprogramm per POP3 abholen konnte, und die sobald sie runtergeladen waren, von nirgendwo anders mehr zugänglich waren. Zu Zeiten in denen wir mehrere Geräte ständig miteinander syncen beinahe unvorstellbar. Das war übrigens, bevor Hotmail von Microsoft gekauft wurde.
  4. Facebook
    Obwohl es nicht das erste soziale Netzwerk war, gilt es (mindestens in den USA, aber mehr und mehr auch in Deutschland) als DAS Netzwerk, auf dem alle Freunde sich tummeln. Man kann endlich online mit vielen Freunden kommunizieren, man muss keine drei Chatfenster offen haben um ein Cliquentreffen zu organisieren. Da Facebook wie gesagt in Deutschland noch nicht so stark verbreitet ist, würde ich hier mit knirschenden Zähnen ausnahmsweise mal das StudiVZ (mit seiner VZ-Familie) als Pendant zulassen. Aber nur ausnahmsweise!
  5. Project Gutenberg/deutsches Projekt Gutenberg bei Spiegel Online
    Kennt ihr nicht? Dann gehört ihr vermutlich zu einer älteren Generation als ich. Wenn es um Literatur geht ist Projekt Gutenberg weitaus effizienter als Tante Google. Und sogar unterhaltsam. Es gibt hier massenweise Bücher, in vollem Textumfang und kostenlos. Dafür meistens noch nicht besonders gut downloadbar (die deutsche Variante), aber bequem zum nachlesen von Hans Christian Andersens Märchen beispielsweise. Für den Fall dass eure Eltern wie meine keine literarisch wertvollen Märchen mehr aufgespart haben, bis ihr in der Mittelstufe wart und sie plötzlich wieder brauchtet.
  6. Twitter
    Mein All-Time-Favourite auf dem Blog. Muss ich dazu eigentlich noch was sagen? Okay, ich gebe es ja zu: Auch Twitter ist in Deutschland noch nicht so weit verbreitet, und hier gibt es auch keinen deutschen Pendant. Aber mein Internetverhalten – um nicht zu sagen, sogar mein ganzes Verhalten – wurde durch Twitter nachhaltig verändert. Nach maschinellen Linkschleudern von Google gibt es hier endlich wieder persönlich gefilterte Links und Stunde um Stunde kann wundervoll prokrastiniert werden.
  7. Pandora
    Ich muss gestehen, die Seite kannte ich nicht. Doch das Prinzip ist mir sehr vertraut: Es ist sehr ähnlich zu Last.fm. Radiostationen berieseln einen mit der Musik von der sie glauben, die Masse mag sie. Das mag sogar stimmen, aber wir sind eben nicht immer die Masse, sondern haben unseren Individuellen Geschmack. Also suchen Pandora bzw. Last.fm Musik die wir kennen und mögen – und liefern uns dazu ähnliche Tracks, bei denen die Wahrscheinlichkeit, dass wir sie auch mögen, verdammt hoch ist. Tolle Algorithmen!
  8. Apple
    Nein, es geht hier ausnahmsweise nicht um Apples technische Erfindungen (obwohl diese teilweise auch sehr revolutionär waren – aber sie sind nur bedingt Teil des Internets als solchem) sondern um Webdesign: Apple hat das minimalistische Design ins Internet gebracht. Na ja, vielleicht ist „gebracht“ das falsche Wort – aber dank ihrer Macht als Weltkonzern haben sie extrem zu seiner Verbreitung beigetragen. Als Mediengestalterin muss ich Apple hierfür wirklich dankbar sein, auch wenn ich sonst kein Verfechter dieser Marke bin. Ohne Apple müsste ich vielleicht bis heute Firmenwebseiten ausschließlich in Magenta und Cyan gestalten – also wirklich: Danke Apple.
  9. YouTube
    Es gab eine Zeit, in der man keine längeren Bewegungen im Internet sehen konnte (kürzere Bewegungen klar: als animierte Gifs – und zwar überall. Gruselig!). Doch dann kamen die schnelleren Verbindungen für Endkunden, und plötzlich war die Bandbreite nicht mehr das Problem. Jetzt war es der Aufwand. Und dann kam Youtube. Plötzlich sprossen die Videos auf jeder Webseite nur so hervor, denn die technische Hürde der Einbindung war dank des embeded Players auch kein Problem mehr. Ich bin mir bis heute nicht sicher, wie ich das finde, aber es hat definitiv das Internet nachhaltig verändert.
  10. Craiglist / meinestadt.de
    Schon wieder eine Seite, die ich gar nicht kannte. Craiglist scheint das amerikanische Modell ähnlich zu meinestadt.de zu sein: Lokale Angebote online gefiltert. Meinestadt.de habe ich in der Zeit der Ausbildungssuche sehr häufig verwendet, um mich in anderen Städten zu bewerben (Stellenanzeigen sind nach wie vor bei meinestadt.de ein großes Ding), aber auch um für einen Kurztrip in Bremen ein paar Tipps zu bekommen oder mich anfangs in Hamburg über allerlei zu informieren. Dienstleister, Behörden, aber auch Klein- und Stellenanzeigen machen überregional tendenziell eher selten Sinn, deswegen sucht man auf meinestadt nicht allein nach Autos, sondern erst in seiner Region und kategorisiert erst dann.
  11. The Drudge Report
    Dazu vermisse ich bis heute das deutsche Gegenstück. Kennt ihr vielleicht eins, dann gerne her damit! Beim Drudge Report handelt es sich um DAS Online-News-Medium.
  12. GeoCities
    Eine Internetseite für jedermann! Ganz einfach, mit Baukasten und ganzen 15 MB Speicherplatz. Kostenlos! Das gab es vorher nie. 2009 wurde GeoCities dann endgültig eingestellt, was eine große Nostalgiewelle für viele Digital Natives hervorrief. Heute wird man mit massenweise kostenlosem Webspace, teilweise auch noch werbefrei, nur so zugespammt. In der Zeit vor GeoCities hatte Tante Angelika aber noch keine Webseite, auf der sie ihre Katzen präsentieren konnte, damals hatten nur große Konzerne und viele Wissenschaftler Internetseiten.
  13. Digg
    Digg ist ebenfalls in Deutschland nicht so stark verbreitet, aber ich gehe schon davon aus, dass auch das kommen wird. Oder eine deutsche Copycat auftaucht. Digg serviert News nach Popularität, und dies wahlweise im Mainstream oder nach Nischenthemen. Je mehr User einen bestimmten Onlineartikel „diggen“, desto lesenswerter scheint er zu sein. Auch hier wird die menschliche Filterung eingesetzt, nur weil Obama ein großes Nachrichtenthema ist, heißt das nämlich nciht automatisch, dass alle Artikel über Obamas neuen Hund auch lesenswert wären. Und das können Algorithmen wie Google (bisher?) nicht so gut filtern.
  14. Livejournal
    Wieder in Deutschland nicht besonders weit verbreitet, aber darum gehts ja eigentlich auch nicht. Livejournal hat das Bloggen nicht erfunden, waren aber die Ersten, die einfach so kostenlos Blogs für ihre Mitglieder anboten. Nach einer Webseite für jedermann also auch ein Blog für jedermann! Mein erstes Blog hatte ich übrigens auf Blogger.com (das war zwei Jahre bevor es von Google gekauft wurde) und war mein öffentliches Onlinetagebuch, inkl. ausgedachten Namen für meinen Schwarm und allem drum und dran. Bis mein Vater das erste Mal auf die Idee kam seinen Namen zu googeln, mein Blog fand und las und ich als heulender Teenager mich wahnsinnig hintergangen fühlte und das ganze Blog mit allen Inhalten gelöscht hab. Ach waren das noch Zeiten!
  15. Google
    Ihr habt schon gedacht es kommt nicht mehr? Ich sagte ja extra, priorisiert ist diese Liste nicht. Aber natürlich hat Google das Internet verändert! Erst mit Google wurde das Internet wirklich zu dem, was wir heute kennen. Eine Informations- und Recherchequelle erster Klasse. Wie sollte ich ohne Google nachfragen, was ein Rabe und ein Schreibtisch gemeinsam haben, wenn ich doch nur die T-Online-Startseite meines Internetproviders hatte und auf mühsames aufschreiben (stellt euch das mal vor!) von Webadressen angewiesen war, von denen mir Freunde erzählten! Ganz zu schweigen von den unzähligen Services, die Google mittlerweile neben der Websuche anbietet.

Ein Gedanke zu „15 Webseiten, die das Internet veränderten“

  1. Ein Leben ohne Google ist zwar im Jahr 2010 noch möglich, aber eigentlich sinnlos. Ich warte auf ein impantierbares Google für meinen Kopf. Vorerst begnüge ich mich mit der mobilen Version 😉

Kommentar schreiben