Interview mit…

Die nächste mit User Generated Content befüllte Webseite, auf der wir alle ganz viele persönliche Daten freiwillig von uns preisgeben können hat das Internet erblickt: Intervu.de. Selbst gesetztes Ziel der Seite: „Intervu hat sich zum Ziel gesetzt, die größte Sammlung von Interviews im Netz zu werden.“ Tieferer Sinn und Zweck erschließen sich mir noch nicht hundertprozentig, aber aufgeschlossen wie ich bin habe ich natürlich auch dafür gesorgt, dass ein Interview mit mir dort erscheint.

Wie funktioniert Intervu? Statt umständlich eine eigene Community aufzubauen, greift man einfach auf bestehendes zurück: Twitter! Man kann sich selbst interviewen lassen oder jemand anderen (per Twitternick) zum Interview Intervu bitten. Ich habe mich wie gesagt nicht lang bitten lassen, und kam auf eine Formularseite, auf der mir folgende Fragen begegneten:

Wer sind Sie und was machen Sie?
Was war der größte Erfolg in Ihrem Leben?
Welche Person hat Ihr Leben besonders beeinflusst? Haben Sie so etwas wie ein Vorbild?
Was ist Ihre schlechteste Charaktereigenschaft?
Wo würden Sie gern leben?
Gibt es etwas in Ihrem Leben, das Sie bereuen?
Würden Sie irgendetwas anders machen, wenn Sie Ihr Leben noch mal von vorn beginnen könnten?
In welcher Fernsehsendung wären Sie gerne einmal Gast?
Welchen Film haben Sie zuletzt gesehen?
Was würden Sie mit einem Lottogewinn machen?
Was darf niemand in Ihrer Wohnung finden?
Was wollten Sie schon immer mal gern gefragt werden?
Und was antworten Sie auf diese Frage?

Bedingungen waren zunächst der Login via Twitter (mit oauth übrigens) zur Identitäsbestätigung. Anschließend konnte ich aus den gegebenen Fragen frei wählen, welche ich beantworten und welche ich lieber auslassen wollte. Mindestens fünf Antworten waren gefordert, außerdem noch die Auswahl einer Kategorie. Ganz neumodisch hab ich mich hier mal selbst als Blogger tituliert.

Beim Einladen zu einem Interview hat man nicht gerade viele Möglichkeiten: Man gibt den Twitternick vom Intervu-Partner an und sendet anschließend einen noch frei veränderbaren Tweet inkl @mention und natürlich Link zum Interview an die Person ab. Und das war alles. Keine Auswahl von Fragen (oder gar selbst gewählte Fragen) – und das, obwohl ich auf anderen Intervu-Pages auch andere Fragen als bei mir entdecken konnte. Dass in meinem Fall keiner wissen wollte was ich heute morgen zum Frühstück hatte oder was mein Lieblingstier ist fand ich hier im Einzelfall zwar ganz okay, aber bei einem vernünftigem Interview sind normalerweise zielgerichtete Fragen an die Person doch deutlich informativer, zumindest für die Leser.

Eine nachträgliche Editier-, Lösch- oder Änderungsfunktion gibt es nicht. Außerdem vermisse ich vor allem auch die Datumsangabe zu jedem Intervu, wenn die Seite älter wird, wird es natürlich interessant. Nächstes Jahr von mir nachzulesen, dass ich mich gerade auf meine Abschlussprüfung (Mai 10) vorbereite, ist ja auch irgendwie sinnfrei.

Genau deswegen find ich nun im Vergleich formspring.me (zu dem ich übrigens heute auch ein Widget in die Sidebar hinzugefügt habe, fühlt euch eingeladen es zu benutzen) dann doch irgendwie cooler. Hier wählt man als „Interviewender“ die Fragen frei aus, und als öffentlich Beantwortender hat man auch hier noch die Möglichkeit, unangenehme (oder beleidigende, sinnbefreite oder sonstwie doofe) Fragen nicht zu beantworten.

Lustige Anekdote zu Intervu: Um auszuprobieren, wie (gut) die Seite funktioniert, hatte ich bei fünf geforderten Fragen minimalistisch einmal „a“ ins Antwortfeld getippt. Ab dann konnte ich auch absenden. Nach längerer Abwesenheit vom Rechner wollte ich dann eigentlich die später ausgefüllten Antworten absenden, musste mich aber erst ein zweites mal wieder per Twitter einloggen, die zuletzt frisch getippten Antworten wiederholen und die „a“s aus den anderen Antwortfeldern entfernen, und trotzdem sind nun ganz am Ende einige „a“s erhalten geblieben, obwohl die Felder wieder von mir geleert wurden. Soviel zur tollen Technik mit (ich glaube) Ajax Zwischenspeicherung und so.

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