Bei den Location Based Services tut sich gewaltig was!

Und das ausnahmsweise nicht ausschließlich in den USA – obwohl dort wie immer am meisten. Kurze Einleitung: Was sind nochmal Location based Services? Das sind Dienste, die dem User erlauben seinen aktuellen Standort seinen Freunden (wahlweise auch öffentlich via Twitter) mitzuteilen. Der wohl berühmteste Dienst ist Foursquare, vor allem beliebt für seinen spielerischen Charakter. Denn bei Foursquare kann man diverse Badges (Abzeichen) verdienen, wie zum Beispiel für das Einchecken an 50 verschiedenen Orten oder an min. 3 Orten mit einem Fotoautomaten. Außerdem gibt’s noch Punkte und man kann sich dadurch wöchentlich mit seinen Freunden messen.

Soviel zur Allgemeinbildung. Und was ist jetzt aktuell los? Fangen wir mit der schönsten Neuerung in den USA an. Die Financial Times bietet Nutzern, die in ausgewählten Partner-Coffeeshops via Foursquare eingecheckt haben, für einen begrenzten Zeitraum Zugang zum bezahlungspflichtigem Onlineangebot. Genauer gesagt sind viele Coffeeshops in Nähe der großen Busniess-Universitäten und Finanzzentren die Partner, und dem Nutzer wird über Foursquare (bei mehreren Checkins, also nicht gleich beim ersten Mal) ein Code zugestellt, der den temporären Zugang dann ermöglicht.

Dieses Angebot sorgt dafür, dass Foursquare auch weiterhin wohl der erfolgreichste Location Based Service in den USA bleiben wird, denn Boni werden allmählich immer öfter über Foursquare verteilt. Vom größten Konkurrenten GoWalla hört man in letzter Zeit nämlich nichts dergleichen mehr. Es gab übrigens auch in Deutschland schon ähnliche Bemühungen, Vodafone bot den Mayors (Bürgermeister, also der mit den häufigsten Checkins an einem Ort) eines bestimmten Tages der Vodafone Flagshipstores München, Frankfurt, Köln, Hamburg und Berlin im Januar je ein Überraschungspaket und unter allen Teilnehmern (also allen, die min. ein Mal eingecheckt haben) wurde ein Netbook verlost. Meines Wissens nach aber die einzige Aktion solcher einer Größenordnung innerhalb Deutschlands bisher.

Weiter auf den deutschen Gefilden: Ganz kurz mal von mir angerissen wurde bereits der in Deutschland gegründete Dienst Friendticker. Wieder das selbe Spiel: Man kann an diversen Orten einchecken. Hier bisher leider ausschließlich via iPhone-App, was der weiteren Verbreitung sicherlich noch hinderlich ist, aber anscheinend wird an weiteren Möglichkeiten ja bereits gearbeitet. Friendticker hat sich definitiv auf die Fahnen geschrieben, mehr solcher tollen Angebote für „virtuelle Gäste“ anzubieten als sonst in Deutschland bisher der Fall ist. Aktuell wird beispielsweise ein „Abzeichen“ (klingt jetzt sehr ähnlich zu Foursquare, ist aber zumindest ein bisschen anders) für Besucher der re:publica10 entworfen, womit man sich einiger Aufmerksamkeit der digitalen Avantgarde sicher sein kann. Erst kürzlich am 09.04. fand von Friendticker die eigene Launch Party statt, auf der es natürlich ebenfalls das virtuelle Abzeichen exklusiv für Besucher zu ergattern gab.

Warum sind diese Services nun derzeit so auf dem Vormarsch? Foursquare hat es endlich vollbracht, irgendeine Form von Verifizierung zu nutzen, ob man sich wirklich am angegebenen Ort aufhält oder nicht. Dies geschieht via GPS-Signal des Handys, das man zum CheckIn benutzt – und wenn das Handy kein GPS senden kann bedient man sich laut eigener Aussage „einiger anderer Tricks“, ohne diese allerdings näher zu benennen. Möglicherweise nimmt man die Signale der Handymasten, um eine wenigstens ungefähre Ortung vorzunehmen. Ich finds übrigens nicht so das Gelbe vom Ei zu wissen, was nun genutzt wird, sprich welche Daten mein Handy eigentlich genau an Foursquare sendet. Aber ohne eine solche Verifizierung werden sich definitiv keine weiteren Aktionen mit echten Boni mehr anbieten, denn die Versuchung zum Betrügen ist einfach viel zu groß.

Kommentar schreiben