Internationaler Tag der Pressefreiheit 2010

Pressefreiheit ist ein extrem hohes Gut in jeglicher Gesellschaft. Wie ohne Pressefreiheit die Meinungsbildung des Volkes geschehen kann, hat gerade Deutschland wohl aus den Zeiten Hitlers noch ganz gut in Erinnerung. Aber heute ist ja alles anders.

Tatsächlich, heute gibt es keine Nazi-Propaganda mehr bei uns, und wenn doch hat man schnell den Verfassungsschutz im Nacken sitzen. Und unsere Platzierung im Ranking der Reporter ohne Grenzen für 2009 ist ja auch besser geworden:

Deutschland steht in diesem Jahr auf Platz 18 (2008: 20): Als kritisch bewertet wurde unter anderem das im vergangenen Januar in Kraft getretene BKA-Gesetz, das dem Bundeskriminalamt die Möglichkeit der Durchführung von Online-Durchsuchungen und Überwachung der Telekommunikation einräumt. Negativ ins Gewicht fielen auch Tendenzen der Pressekonzentration, der immer noch unzureichende Zugang zu öffentlichen Informationen sowie vereinzelte Fälle von körperlichen Übergriffen auf Journalisten.

Quelle (PDF)

Trotz der mittlerweile wieder gekippten Vorratsdatenspeicherung sehe ich angesichts der kürzlichen Gerichtsverfahren bezogen auf Online-Inhalte – aber auch Journalisten-Frust in anderen Bereichen – immer noch keiner so rosigen Zukunft für gänzlich freie Presse entgegen. Und das trotz meines sonstigen Optimismus‘ in allen Dingen.

Übrigens: Als Zeichen erscheinen heute die Zeitungen Die Welt und Welt Kompakt aus dem Hause Axel Springer mit einer leeren Titelseite, lediglich eine kleine Anzeige für die Reporter ohne Grenzen ist zu sehen.

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