Failwhale – Wahlfail? Ladies and Gentlemen, Mr. President: Chriiiiistiiaaaaaaaan Wuuuuuuuulff!

Gestern war der Tag der Bundespräsidentenwahl in Deutschland. Nach dem dritten Wahlgang war dann endlich offiziell raus: Christian Wulff ist es. Als gebürtige Niedersachsin kam ich schon mal zu der Ehre, dem Mann die Hand zu schütteln (das klingt jetzt als ob das freiwillig gewesen wäre…. Sagen wir so: Als Mitarbeiterin im Service hatte ich natürlich die Verpflichtung, höflich zu sein) und lebte damals auch unter seiner „Herrschaft“ in diesem Bundesland. Und ich hab es überlebt. Er bringt also wohl keine Untertanen um.

Spaß beiseite, sagen wollte ich eigentlich: „Die Web2.0 Community“ (also ihre laute Masse) hat sich einen anderen Kandidaten als Gewinner gewünscht, wie man an den über 15.000 Fans der Joachim Gauck for President Fanpage auf Facebook, Der gute Tweet – MyGauck mit 4.983 Mitmachern oder 1.300 Unterstützern von „Joachim Gauck – Mein Präsident“ sehen kann. Doch auch die klassischen Medien unterstützten Gauck durch ihre Berichterstattung, indem sie von der positiven Grundstimmung für ihn beim deutschen Volk berichteten.

Nützte aber alles nichts, in allen drei Durchgängen hatte Wulff die Mehrheit der Stimmen. Selbst mit voller Unterstützung der Linken hätte Rot-Rot-Grün maximal 586 Stimmen gehabt, zur absoluten Mehrheit (erste zwei Wahlgänge) sind aber 623 nötig, 37 zu wenig also.

Wulff war sich seiner Sache übrigens sehr sicher, die URL seiner Facebook-Fanpage hieß mindestens seit gestern 18 Uhr (wahrscheinlich auch schon vorher, doch da wusste ich es nicht) Facebook.com/Christian.Wullf.Bundespraesident – an Selbstbewusstsein mangelt es also wohl nicht. Hat aber bis jetzt nicht mal 5.000 Fans, hehe.

Am peinlichsten aber wie so oft die Berichterstattung klassischer Medien unter Einbeziehung von Twitter: Pöse, pöse unechte Ergebnisse werden da hinaus posaunt, und Fake-Accounts von Wahlleuten gab es auch! Oh nein! Aber lest dazu gerne mehr auf haltungsturnen.de, ein netter Artikel. Hinter dem Fake-Account von Martina Gedeck steckte wohl die Titanic-Redaktion, wie es im Interview mit Meedia heißt.

Wer jetzt übrigens ernsthafte, politische Inhalte erwartet hat oder trotzdem noch haben will, dem sei der Spiegelfechter wärmstens empfohlen – ich begebe mich heute nicht mehr auf solche ernsthaften Gebiete wenn andere es doch schon ziemlich gut gemacht haben.

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