The Social Network – kleiner Review

Sonntag kam ich dank der O2Crew, die Freikarten für Events verschleudern, in den Genuss „the social network“ (den Facebook-Film) gratis in einer „Preview“ anzusehen. Kleines Fazit vorweg: Kann man durchaus gucken, den Film. Ist nett gemacht, „gefällt mir“.

Erwartet nichts, was euch umhaut. Erwartet keine Programmiersprachen und erwartet keine bahnbrechenden Erkenntnisse. Dann könnt ihr den Film sehr gut ansehen. Filmisch betrachtet gefällt er mir sogar richtig gut: Das Tempo, die Schnitte, die Szenerie, die Musik, das Licht… Alles gute Arbeit! Die Schauspieler, bis auf ein paar Nebenrollen, haben einen klasse Job gemacht. Die Dialoge geben hier und da ein paar Witze, vor allem viel trockenen Humor her. Aber es ist keine besondere Komödie.

Storytechnisch geht es um die Gründung von TheFacebook (Der größte Beitrag von… Ach ne, keine Witze verraten!), wobei wir mehrere Zeitsprünge zwischen der ursprünglichen Story und zwei später stattfindenden Gerichtsverfahren machen. Ein Verfahren durch Klage der Winklevoss-Brüder, die behaupten, ihre Idee sei gestohlen worden, und ein Verfahren auf Anklage durch Zuckerbergs einzigen Freund Eduardo Saverin. Wie man sich denken kann war das mit der Freundschaft fortan mal.

Besonders gefällt mir Jesse Eisenberg als Darsteller für Mark Zuckerberg. Mag vielleicht doof klingen, aber der Filmcharakter Zuckerberg gefällt mir wirklich gut, und zwar genau weil ich ihn nicht so richtig durchschaue. Einfach nur egomanisch, oder doch niemals erwachsen gewordenes Kind? Keine Ahnung, das wirft mir Rätsel auf, und ich mag „mysterische Menschen“ – solange ich nicht in Echt mit ihnen auskommen muss jedenfalls.

Der echte Zuckerberg distanziert sich ja von dem Film (bzw. auch dem Buch auf dem der Film basiert), und das würde ich an seiner Stelle definitiv auch machen. Gut kommt er dabei nämlich nicht weg. Aber für einen einfachen Hollywood Film finde ich das okay. Immerhin erhebt auch keiner Ansprüche darauf, dass es Zuckerbergs Biografie sei, es geht ja mehr um Facebook. Sofern eine Webseite eine Hauptrolle spielen kann jedenfalls.

Eduardo Saverin, gespielt von Andrew Garfield, in der Studienzeit der beste (und wohl auch einzige) Freund von Zuckerberg, ist ebenfalls ein toll ausgefeilter Charakter, aber er ist deutlich „normaler, menschlicher“ als Zuckerberg. Er ist vernünftig, beinahe weise (naja, zumindest für das Alter) und außerdem gutaussehend.

Er gilt als Mitbegründer von Facebook, obwohl er primär „nur“ Kapitalgeber war. Der typische Migrantenjunge mit reichen Eltern – äh, hä? Genau, so ist das.

In weiteren Rollen finden sich noch Justin Timberlake (wow, der kann ja doch auch schauspielern) und die absolut Disney-geprägte Brenda Song, der ich aufgrund ihrer Vorgeschichte bedauerlicherweise nicht vorurteilsfrei gegenüber treten kann, aber schlecht war sie jedenfalls auch nicht. In den übrigen Schauspielern ergehe ich mich jetzt nicht, weil ich die selber ohne IMDB gar nicht kennen würde, und insgesamt möchte ich noch immer sagen: Ja, kann man auf jeden Fall gucken. Man verpasst jetzt nichts, wenn man ihn nicht gesehen hat, aber als Mensch der sich von Filmen gern unterhalten lässt ist das schon eine gute Wahl. Man muss jetzt nicht zwangsläufig ins Kino gehen, man kann sich für’s gleiche Geld später auch die DVD kaufen – oder den Film über iTunes oder sowat beziehen, und auf der gemütlichen Couch gucken. Aber gucken kann man ihn schon.

2 Gedanken zu „The Social Network – kleiner Review“

Kommentar schreiben