Digitale Erinnerungssammlung mit Memolane

Kennt ihr noch friendfeed oder lifestream.fm? Vielleicht habt ihr da ja auch noch eine Kartei-Leiche herumliegen, so wie ich. Diese und ähnliche Services nennt man Aggregator, weil sie die Inhalte all der benutzen Networks zusammenführen und schön übersichtlich zusammenstellen. Und man kann sich nochmal mit allen möglichen Leuten anfreunden. Mittlerweile finden das viele Leute recht sinnlos, und eigentlich ist es das auch (für den durchschnittlichen Anwendungsfall jedenfalls).

Dann kamen digitale Visitenkarten wieder in Mode, sowas wie flavours.me oder about.me und noch andere. Im Gegensatz zu früher schreibt man da aber nicht mehr Postanschrift, Telefonnummer und E-Mail hin, sondern verbindet die Konten von Twitter, Facebook und so weiter damit und hat so eine leicht zu merkende, kurze Adresse, die man jemandem den man kennen gelernt hat nennen kann, und der kann dort gleich sehen auf welchen Netzwerken man so alles ist und sich gegebenenfalls vernetzen. Kann man machen.

Heute will ich euch aber von einer interessanten Art von Aggregator erzählen, der alles besser macht – sonst würde sich der Beitrag ja nicht lohnen.

memolane logo

Memolane heißt der Service, befindet sich derzeit noch in einer geschlossenen Beta und besticht nicht nur durch hübsches Design und gute Usability, sondern vor allem durch den Sinn hinter den Funktionen. Auf Memolane werden einmal täglich alle Beiträge der Netzwerke geladen (ihr wollt Echtzeit? Ihr seid verwöhnt!), die Streams von Freunden verstopfen die vertikale Zeitleiste dabei aber nicht – kein Mashup aller Freunde also. Und die schönste und meines Erachtens zentrale Funktion von Memolane: Ich kann stories erstellen.

Geschichten erzählen und Geschichten erleben, dass bringt uns seit Ewigkeiten die Werbe- und PR-Industrie bei, ist wichtig für Menschen. Ja, tatsächlich! Geschichten sammeln Erinnerungen. Als „Digital Native“ (was ist 2011 eigentlich das neue Hype-Wort?) fehlen mir die klassischen Fotoalben die ich Leuten zeigen kann „von meinem Trip nach Transilvanien“ usw. Na klar kann ich ein Facebook-Fotoalbum anlegen, aber mal ehrlich, stilvoll ist das nicht gerade.

Also nehme ich einfach Memolane, kombiniere die entsprechend Tweets, Facebook-Events, Flickr-Bilder, Foursquare-Checkins und Nachberichte aufm Blog die so zu einer Geschichte dazugehören. Und dann lade ich meinen mitgereisten Freund ein, das selbe mit seinen Picasa-Fotos, Facebook-Statusmeldungen, Youtube-Videos und der Playlist von Last.fm ebenfalls zu tun – hey, wir haben jetzt ein soziales, digitales Erinnerungsalbum!

Abgerundet wird das Ganze durch die angesprochenen Punkte schickes, schlichtes Design und gute Usability: Mit Trackpad, Maus mit Scrollrad oder Tastatur lässt sich der Zeitstrahl angenehmen durchlaufen oder auch nur überfliegen. Bilder werden in Miniaturen direkt eingebunden (funktioniert auch mit allen Facebook-Bildern und bei Twitter mit allem, was new twitter kann: Twitpic ja, Dailybooth z.B. nein, das gibt’s leider nur als Link), RSS-Feeds zeigen ein begrenztes Stück an und jedes Teilchen lässt sich durch Klick vergrößern – große Bildansicht oder voller RSS-Entry eines Blogs. Tracks von Last.fm werden übrigens bei Klick auf den einzelnen Song wahlweise von amazon.com MP3 (Vorschau) oder im eingerichteten Spotify-Client abgespielt (bei Last.fm selbst ist das direkte Ansteuern ja nur für Premium-Mitglieder möglich).

Alles in allem ein ziemlich schickes Tool, für Leute, die keinen Bock auf analoges Scrapbooking haben und denen ein digitales Fotoalbum nicht genug ist. Ich liebe es! Schade ist bloß, dass die Invites so lange auf sich warten lassen…

Ein Gedanke zu „Digitale Erinnerungssammlung mit Memolane“

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