Vier Samstage für einen Fernseher.

Wir schreiben das Jahr 2012, und noch immer sind so manche Onlinehändler zusammen mit den Logistikunternehmen nicht in der Lage, eine verdammte Lieferung zu einem Termin, der es berufstätigen Menschen ermöglicht, die Tür zu öffnen, zuzustellen. Oder: „Die traurige Geschichte meines neuen Fernsehers“ (Spoiler: es gibt aber ein Happy End, sozusagen).

Wenn man kein Auto hat, nicht gerade vor Muskelkraft strotzt und solange Teleporter noch nicht erfunden sind, gibt es für die Beschaffung sperriger Ware eigentlich nur die Lösung der Lieferung. Entweder vom stationären Handel, was meistens saftig extra kostet, oder gleich durch Versand- bzw. Onlinehandel, wo die Lieferkosten immer möglichst niedrig sind, damit man sich überhaupt gegen den stationären Handel behaupten kann, bei dem man die Waren sofort in der Hand halten kann. Ich wollte nach vielen Jahren endlich mal einen neuen Fernseher haben, also schaute ich beim Onlineversand meines Vertrauens, nämlich amazon. Dort fand ich sogar ein gutes Angebot und bestellte dann frohen Mutes am 05. Juni das heiß ersehnte Stück. Voraussichtlich sollte die Lieferung passenderweise am Samstag den 09. Juni eintreffen – perfekt!
Der erste Zustellversuch durch DHL erfolgte jedoch „leider“ einen Tag zu früh. Eigentlich ja schön, aber wenn man nun mal nicht zu Hause ist… Das Abholkärtchen zeigte mir jedoch die Möglichkeit, einen zweiten Zustellversuch zu beantragen. Sogar per Onlineformular, gar nicht mal so übel! Den Samstag verbrachte ich dann allerdings trotzdem wartend in meiner Wohnung, und zwar auf Hermes, mit einem anderen Päckchen. Welches leider am Montag erst kam. Am selben Tag gab es aber immerhin die Bestätigung von DHL für den zweiten Zustellversuch, der natürlich für den darauf folgenden Samstag von mir gewünscht war.
An diesem saß ich dann also wieder in freudiger Erwartung zu Hause, bis @moeffju darauf kam, @DHLPaket mal zu fragen ob sie sagen könnten, wann mein Paket endlich eintreffen sollte. Nach der Bitte die Daten per Email zuzuschicken wartete ich weitere drei Stunden und verpasste ein Baseballspiel das ich gerne gesehen hätte, bis ich endlich die Antwort bekam, das sich leider aus unbekannten Gründen das Paket heute nicht in der Zustellung befände. Ich könne es doch am besten einfach am Montag abholen.
Nachdem ich mir Mühe gab eine sachliche Antwort zu verfassen, denn immer hin weiß ich ja, dass die Leute im Servicecenter nichts für den blöden Kram können, bekam ich am Montag dann endlich mal eine positive Antwort, dass man „die Kollegen in Hamburg bitten werde, die Sendung erneut zuzustellen“. Für die zweite Kontaktperson einmal kurz den Daumen hoch, diese wusste wenigstens, wie man mit Kunden umgeht.
Schade bloß, dass es sich hierbei nur um leere Höflichkeitsfloskeln handelte. Während ich nämlich den dritten Samstag in Folge zu Hause wartend verbrachte, nachdem ich ja keine weiteren Aussagen von irgendjemandem erhalten hatte, kam plötzlich eine Mail von amazon, dass mir das Geld erstattet würde, da die Sendung bei ihnen mit dem Vermerk „unzustellbare Adresse“ wieder eingetroffen war. W-T-F? Sehr, sehr großer Frust macht sich breit. Service könnte so wunderbar einfach sein, wenn man als Endkunde schlichtweg informiert würde. Es ist mir egal wie aufwändig das für ein riesen Unternehmen wie DHL sein mag das zu koordinieren – ich bin Kunde und kein Berater für die. Aber andere Unternehmen kriegen es irgendwie ja auch hin, ein paar automatisierte Mails zu verschicken die einem mitteilen, was gerade so passiert oder auch, das etwas nicht wie gedacht geklappt hat. Unmöglich ist das also nicht.
Nun bestellte ich am letzten Sonntag den selben Fernseher, und zwar erneut bei amazon. Diesmal sollte die Lieferung durch Hermes erfolgen, voraussichtlich am Mittwoch den mittlerweile 27. Juni. Nach einem fehlgeschlagenen Zustellversuch (oh Wunder, ich war ja arbeiten) wurde am Donnerstag die Sendung in einem Laden zwei Türen weiter abgegeben. Naja, wenigstens ist der Weg kürzer als zur nächsten Postfiliale und durch helfende Hände wurde dieser Transport in den 3. Stock irgendwie möglich, am mittlerweile 4. Samstag in Folge (Danke Caro für tatkräftige Hilfe <3).Und warum das alles hier jetzt? Weil ich mich ziemlich ärgere. Das laut Wikipedia "weltweit umsatzstärkste Logisitkunternehmen" namens DHL schafft es nicht einem typischen großstädtischen Haushalt (also ohne Hausfrau oder Hausmann) eine verdammte Sendung zuzustellen die man nicht selbst in einer Filiale oder Packstation abholen muss.Und amazon mit mindestens sechs Logistikzentren nur in Deutschland schafft es auch nicht, den Mangel des Transportunternehmens wieder wett zu machen.Logistikunternehmen! Das sind übrigens die, die Folgendes als kommerzieller Dienstleister anbieten:

Die Logistik befasst sich mit Organisation, Steuerung, Bereitstellung und Optimierung von Prozessen der Güter-, Informations-, Energie-, Geld- und Personenströme entlang der Wertschöpfungskette sowie der Lieferkette.

(Quelle: Wikipedia)

Und im Jahre 2012 kriegt es niemand gebacken, mir vor Bestellungsabschluss ohne Sonderdienstleistung das voraussichtliche Lieferdatum anzuzeigen, was nachdem ich einen Button gedrückt habe aber sofort möglich ist? Von Wunschlieferterminen darf ich wohl nicht mal träumen? Und ja, ich kenne amazon Prime, vielen Dank. Kann ich damit montags bestellen und am Samstag die Lieferung erhalten? Meines Wissens nach nicht. Also ist es auch nicht das, was ich möchte. Und ja, ich lasse mir viele Artikel zur Arbeitsadresse liefern, was generell auch gut geht, aber das gilt nun mal nicht für sperrige Artikel und ist überhaupt ein eher blöder Workaround und keine richtige Lösung.
Aber ich bin ja auch kein Logistiker – oh, wait, who’s it…

Kommentar schreiben