Erfolgreich Ausmisten und trotzdem wenig auf die Müllhalde bringen – Teil 2

Nachdem ihr letzte Woche alle schon so fleißig ausgemistet habt, sitzt ihr jetzt auf einem großen Haufen mit aussortiertem Zeug und wisst nicht, wohin damit… Aber alles auf die Müllhalde bringen, obwohl die meisten Sachen ja noch gut sind findet ihr auch blöd? Dann habt ihr hier noch ein paar Tipps, natürlich ohne Anspruch auf Vollständigkeit und mit der Bitte um Ergänzungen in den Kommentaren – ich lerne ja auch gerne noch dazu!

Teil 2: „Müll“ und Verschwendung vermeiden

Dafür gibt es mehrere Wege und Tipps, die natürlich abhängig davon sind um was es sich konkret handelt. Bei fast allen Sachen gilt als erste Möglichkeit entweder im Freundeskreis verschenken oder auf den Flohmarkt bringen. Ich selbst bin absolut kein Flohmarktmensch, jedenfalls stelle ich mich nicht gerne einen ganzen Tag lang irgendwo hin. Aber es gibt ja auch Facebook-Flohmarkt-Gruppen, eBay Kleinanzeigen, stuffle.it und Vergleichbares, was man stattdessen nutzen kann. Für bestimmte Gegenstände sind spezielle Portale eher zu empfehlen, zum Beispiel Bücher, CDs und Spiele kann man bei größeren Ankäufern recht unkompliziert loswerden (siehe dazu mein Vergleichsartikel über Medienankäufer), Klamotten gehen besonders gut auf eBay, im klassischen Second-Hand-Laden oder bei Portalen wie Kleiderkreisel, für Umstands- und Babykleidung gibt es sogar noch spezieller auch den Mamikreisel usw. – kurz mal nach der Produktkategorie+verkaufen googeln führt häufig zu spezialisierten Portalen und falls es sich um besonders spezielle Dinge (Fachbücher oder vergleichbares Material zu einem Berufszweig, bestimmtes Musikinstrument oder ausgefallene Interessen) handelt, ist man häufig ja schon in einer speziellen Community oder einem Forum zu dem Thema, wo man auch häufig einen Unterbereich für Flohmarktangebote finden kann.
Nach einer vorher festgesetzen Frist (beispielsweise zwei Wochen) löscht man das Angebot aber, denn wenn sich bis dahin niemand gefunden hat, wird es mit fortschreitender Zeit nur noch unwahrscheinlicher.

Dann gibt es immer noch Angebote wie zum Beispiel Freecycle.org (auch eine Mailingliste konkret für Hamburg) in der man die Sachen an Selbstabholer verschenken kann. Sachen wie Bücher oder Spiele kann man auch an Büchereien, Grundschulen, Kindergärten, (Kinder-)Krankenhäuser usw. spenden, die freuen sich meistens auch noch sehr über sowas. Kleidung, besonders warme Jacken aber auch Decken o. ä. nehmen auch soziale Einrichtungen für Bedürftige gern entgegen. In vielen Regionen gibt es sowas auch für Möbel, die dann extrem günstig an notleidende Familien abgegeben werden. Manchmal werden solche Einrichtungen auch von Kirchen betrieben. Das Stichwort Sozialkaufhaus oder Umsonstladen + Stadt/Region liefert euch entsprechende Ergebnisse.
Definitiv immer noch besser, als es auf den Müll zu werfen, wenn es jemand anders noch gebrauchen kann!

CC BY flickr-User L. Marie

Aus fast allen Materialien lässt sich mit ein wenig Kreativität (und etwas Lust am Basteln) meistens auch noch brauchbares Zeug wieder upcyclen. Massenhaft Inspiration dazu gibt es auf DIY- und Selfmade-Blogs und auch auf Pinterest, zum Beispiel liebe ich dieses Board über T-Shirt-Upcycling! Speziell eingelaufener, ausgewaschener oder einfach zu klein gewordener Kleidung kann man über so viele Wege neues Leben einhauchen – es ist wirklich Wahnsinn, wie viel in der Textilindustrie produziert wird im Vergleich zu wie wenig wir eigentlich bräuchten, und wie viel im Umkehrschluss deshalb in Kellern verstaubt oder weggeworfen wird.
Und selbst wenn man selbst keine Lust, Muse oder Zeit dafür hat, lohnt es sich doch, wenigstens im Bekanntenkreis herumzufragen ob nicht jemand anders die Sachen dafür haben will. Oder doch einfach mal anfangen. Es gibt so unglaublich viele tolle Ideen, die man auch völlig ohne jegliche handwerkliche Begabung (oder gar extra erlente Fähigkeiten) machen kann:
Bücherregal aus Gürteln
Fahrradkorb für’s Rennrad
Selbstgemachter Stylus Touch Pen
Man muss nur entweder ein Problem haben und kreativ nach einer Lösung dafür suchen, oder Kram vor sich liegen und einen Blick aus einem anderen Winkel darauf werfen.

Ist man sowohl bei Freunden, Flohmärkten, Freecycling oder Spendenversuchen erfolglos geblieben oder sind die Sachen doch zu verschlissen oder kaputt, dann bleibt als letzter Ausweg eben doch nur die Entsorgung. Diese aber bitte sinnvoll getrennt: Gelber Sack, Bio- und Restmüll sowie Altpapier und Altglas muss ich ja hoffentlich niemandem in Deutschland mehr erklären. Und das man auch innerhalb einer Mülltonne die Rohstoffe trennt, indem man zum Beispiel den Aluminiumdeckel komplett vom Joghurtbecher aus Plastik abtrennt, ist hoffentlich auch schon überall bekannt?

Es gibt aber auch Entsorgungssysteme für Sondermüll über den Recyclinghof hinaus:
Der wohl typischste Hausgebrauchsfall sind leere Batterien. In allen Städten gibt es in Supermärkten (meist nah bei den Mülleimern und Umpackflächen beim Ein- und Ausgang) kleine grüne Boxen für leere Batterien und Akkus, die nicht wiederaufladbar sind oder nicht mehr benötigt werden. Man muss also keineswegs für jede einzelne Batterie immer zum Recyclinghof fahren. Solche Boxen sollen übrigens an all den Orten stehen, an denen auch Batterien oder Akkus verkauft werden.
Auch für Energiesparlampen und Leuchtstoffröhren gibt es besondere Sammelboxen, in diesem Fall rote, mindestens in allen Elektrofachmärkten sowie Baumärkten, manchmal auch in größeren Shoppingpassagen.
Elektroschrott sollte natürlich auch vernünftig entsorgt werden, egal ob kaputt oder nur wahnsinnig veraltet: Alles was einen Stecker (oder ein Ladekabel) hat gehört auf dem Recyclinghof und nicht in den Restmüll. Wenn es nicht gerade um den alten Röhrenfernseher sondern vielleicht nur einen alten MP3-Player geht: In Großstädten kommt alle paar Monate auch das sogenannte Schadstoffmobil (auch bekannt als mobile Problemstoffentsorgung) mal in jeden Stadtteil, Termine für Hamburg kann man beispielsweise hier im PDF nachschauen. Dann muss man vielleicht nicht extra so weit zum Recyclinghof fahren nur für eine Kleinigkeit („lohnt sich ja doch nicht“). Übrigens: In zahlreichen Fachläden in Hamburg gibt es bei der roten Sammelbox für alte Leuchtmittel ebenfalls ein Einwurffach für Elektronik-Kleingeräte!
Für textiles Material wie Altkleider sind – je nach Anbieter! – auch die Altkleidercontainer geeignet: Alles eingeworfene wird vorsortiert, bei denen die über das DRK verpachtet sind übrigens von der größten vollautomatischen Sortieranlage ich glaube sogar weltweit, ob das Material überhaupt noch tragbar bzw. eben brauchbar ist, und wenn nicht wandert es in das Textilrecycling, wo zum Beispiel Putzlappen daraus geschnitten werden oder teilweise auch Dichtungs- oder Dämmmaterial mit den klein-gehexelten Resten angereichert wird. Es ist also gar nicht so schlimm, verschlissene Sachen in diese Altkleidercontainer zu werfen.

CC BY-SA flickr-User RambergMediaImages
Übrigens: Medikamente dürfen im Restmüll entsorgt werden. Wer dabei ein schlechtes Gewissen hat (oder Kinder, die den Mülleimer gerne nach Spielzeug und bunten Bonbons durchsuchen) kann aber auch in seiner Apotheke nachfragen. Manche Apotheken übernehmen die fachgerechte Entsorgung von Medikamenten als freiwillige Dienstleistung für ihre Kunden. Bloß dürfen Medikamente auf keinen Fall die Toilette runtergespült werden, da viele enthaltene Bestandteile (Hormone und Antibiotika beispielsweise) von den Kläranlagen nicht einfach ausgefiltert werden können. Im Restmüll dagegen sind sie unbedenklich, da dieser (in Hamburg) sowieso verbrannt wird und damit nichts ins Grundwasser gelangt.

Kleinigkeiten zur Müllvermeidung

CC BY flickr-User masterbutler
Ganz generell kann man auch versuchen, das gesamte eigene Müllaufkommen zu reduzieren. Die Deutschen sind ja bereits Weltmeister in der Mehrfachverwendung von Plastiktüten, darauf kann man doch schon mal aufbauen. Abgesehen davon dass man am besten sowieso eine Tasche mit zum Einkaufen nimmt um erst gar keine Plastiktüten anzusammeln – wenn es dann doch zu spät ist kann man sie, nachdem die Griffe längst durchgescheuert sind z.B. auch noch als Müllbeutel final verwenden. (Wie sinnbildlich für unsere Gesellschaft sind übrigens bitte Müllbeutel: Ein Produkt, das produziert und vom Endkonsumenten gekauft wird mit dem einzigen Zweck, weggeworfen zu werden…).
CC BY flickr-User How can I recycle this

Ein kleiner Tipp für Nylonstrümpfe bzw. -strumpfhosen: Diese eignen sich hervorragend um Besteck und Gläser zu polieren und man braucht dafür keine Microfasertücher mehr. Außerdam kann man damit auch sehr gut Staubwischen, weil sie Staub genauso elektrostatisch anziehen wie ein bekanntes Putz-Produkt, das den Staub „magisch anzieht“. Dessen neue Wischer kann man sich also auch sparen. Oder aus anderen Altkleidern bzw. auch Stoffresten schnell selber machen, z.B. nach dieser Anleitung.

CC BY-SA flickr-User erika g.

Weihnachten kommt ja alle Jahre wieder: Geschenkpapier lässt sich aus allem möglichen machen. Und wenn man selbst nicht so der Verpackungskünstler ist, kann man sich auch einfach inspirieren lassen. Einfach nehmen, was man sowieso im Haus hat: Tageszeitung, Budni-Papiertüte, leeres TetraPack, Stoffreste, Zeitschriften, alte Landkarten, Wollreste… Man kann sich richtig austoben, oder auch mit ganz einfachen Mitteln stilvolle Ergebnisse erzielen.

Auch mit Kronkorken lassen sich lustige Dinge basteln. Oder Astra-Mosaike bauen. Oder ein Magnet hinten einkleben und damit Kühlschrank- bzw. Pinnwandmagneten herstellen.
Aus Plastikflaschen, die teilweise ja nicht am Pfand-System beteiligt sind, kann man ebenso viel machen. Vom naheliegenden wie Vasen oder Kerzenständer gehen die Ideen die ich bisher sah auch über Lampen, Sparschweine und kleine Wandregale – oder auch zum Rasensprenger.

Übrigens: Ich poste auch gelegentlich Fundstücke bzw. DIY-Ideen, die hauptsächlich Upcycling betreffen, auf meinem Pinterest-Board DIY Inspiration, falls ihr folgen wollt.
Und jetzt stehen euch die Kommentare offen, um eure eigenen Ideen (oder Fundstücke) hier für alle zu sammeln – auf geht’s!

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