Nachhaltiger Klamottenkonsum: Swap til you drop

Am gestrigen Sonntag begab ich mich zu einer Veranstaltung namens Winterschlussvertausch – Kleidertausch zum Mitmachen. Organisiert von Greenpeace Hamburg konnte hier jedermann kommen und ausrangierte Kleidungsstücke mitbringen und sich die von anderen wieder mitnehmen – oder wahlweise auch nur eins von beidem, denn es gibt keine Verpflichtungen und alles war kostenlos. Da ich ja schon vor einiger Zeit meinen Kleiderschrank ausgemistet habe und dabei in zwei Kategorien teilte („Müll/alt/kaputt/verschlissen“ und „noch gut tragbar, aber nicht mehr meins“), hatte ich noch zwei große Tüten voller gut erhaltener Sachen, die aus dem Freundeskreis niemand mehr brauchen konnte, die ich kurzerhand mitgenommen habe. Und was soll ich sagen, ich habe es nicht bereut:

Meine Ausbeute
Meine Ausbeute


Trotz anfänglicher Bedenken, ob bei einer Veranstaltung von Greenpeace vielleicht nur ältere Damen mit selbst gestrickten Wollpullovern und dem dreifachen meines eigenen Körperumfangs teilnehmen würden, wollte ich es einfach mal ausprobieren. Und glücklicherweise waren meine Befürchtungen völlig überflüssig. Anwesend waren wortwörtlich jung und alt, wenn auch vielleicht nur als Begleitung. Die Ordnung im Büro von Greenpeace war ein wenig schwierig – mit so viel Andrang hatte man bei der ersten Veranstaltung ihrer Art dort wohl nicht gerechnet. Trotzdem habe ich einige schöne „neue“ Teile für mich mitgenommen. Der „Glücklich-Mach-Faktor“ ist übrigens mindestens genauso hoch wie bei einem guten Schnäppchen im Second-Hand-Laden, wo man ja auch nicht stangenweise die gleichen Teile findet. Und mein persönliches Ziel – nicht mehr mit raus nehmen als ich mitgebracht hatte – habe ich ebenfalls erfüllt. Ich wollte mir den Kleiderschrank ja nicht wieder mit mehr Klamotten vollstopfen, die ich nachher kaum anziehe.

Dennoch muss ich zugeben, dass das Wühltisch-Feeling schon etwas anstrengend ist. Man muss sich auf jeden Fall darauf einlassen können und entsprechend Zeit mitbringen. Aber da der Umgang aller Teilnehmer miteinander sehr vernünftig und respektvoll war, war es trotz der Überfüllung in den kleinen Büroräumen gut auszuhalten. Insgesamt also eine durchaus lohnenswerte Veranstaltung, wenn auch mit kleinen Mankos.

Aus Gesprächen mit den Mitarbeiterinnen weiß ich schon, dass es bei Greenpeace auf jeden Fall eine Wiederholung geben wird und darauf freue ich mich jetzt schon! Wer sowas auch mal ausprobieren will und kaum abwarten kann, auf den nächsten Termin bei Greenpeace Hamburg zu warten, dem empfehle ich schon mal den Lokal Swap am 10. Februar. Ich werde die Gelegenheit natürlich auch wahrnehmen, und damit komme ich zu meiner abschließenden Warnung: Vorsicht – Einmal auf den Geschmack des Swap-Prinzips gekommen, ist die Sucht-Gefahr extrem hoch!

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