Und was machen Sie so beruflich?

Schon wieder inspiriert mich eine Blogparade zu einem neuen Beitrag. Das soll zwar jetzt nicht zur wöchentlichen Gewohnheit werden, aber die Frage, die Wibke von Sinn und Verstand gestellt hat, passt einfach gerade so gut.

Ja, was mache ich eigentlich beruflich? Meine Oma hat mich das auch schon gefragt, und meistens formuliere ich die Antwort kurz und bündig in der Art wie „Ich mache das Internet hübsch“. Diesen Satz mag ich besonders gerne, auch wenn er sicherlich ein bisschen vermessen ist. Aber für eine einfache Erklärung ist das schon ziemlich gut. Mein selbst vergebener Titel lautet ja eigentlich „Grafikdesignerin für Screen- und Webdesign„. Aber was steckt eigentlich dahinter?

Selbst potenziellen Kunden wie auch Leuten aus meinem Bekanntenkreis muss ich häufig erklären, wie viele unterschiedliche Facetten der Beruf einer „Designerin“ eigentlich hat. Es gibt Designer, die sich in der Entwicklung von Corporate Designs einen Schwerpunkt gesetzt haben, andere wiederum gestalten allerlei Werbemittel von Visitenkarten über Flyer, Postkarten oder Broschüren. Noch andere widmen sich der Buchgestaltung, dem Produktdesign, Verpackungsdesign, Modedesign und, und, und.

Und was macht eine Screendesignerin? Eigentlich ganz einfach: Design für Dinge, die auf einem Screen stattfinden. Also keine Printprodukte, keine haptischen Produkte und keine Verpackungen – sondern zum Beispiel Webseiten, Newsletter, oder auch Oberflächen von Smartphone-Apps, Twitter-Header oder Grafiken, die ein Community-Manager auf Facebook einsetzen kann.

Ich persönlich bin aber eigentlich nicht nur Screendesignerin. Ich kann auch „programmieren“ (die richtigen Programmierer ahnen schon: Nein, ich bin keine Programmiererin – aber Otto Normalverbraucher versteht es so nun mal am besten). Konkret bedeutet das, dass ich Webseiten oder Newsletter, die ich gestaltet habe, auch umsetzen und funktionstüchtig machen kann. Fachleute nennen das dann „Frontend-Entwicklung“, aber diese Erklärung richtet sich ja eigentlich gar nicht an Fachleute. Die Grenzen sind zwar irgendwie fließend, aber ich versuche mal zu umschreiben: Ich kann Webseiten online stellen – ich kann aber keine Funktionen mit Datenbankanbindungen von anderen Programmen oder Servern herstellen, die über eine Weboberfläche bedient werden. Ich kann Facebook-Fanpages anlegen und gut aussehen lassen, aber weder die regelmäßige, inhaltliche Betreuung übernehmen, noch tolle Spiele oder andere Facebook-Apps darauf zum laufen bringen. Ich kann Newsletter gestalten, Bildmaterial auswählen, optimieren und einbinden sowie den fertigen Newsletter an eine Adressliste verschicken, aber ich bin keine Texterin die Formulierungen für die Newsletter verfassen könnte und auch keine Programmiererin, die den Newsletter mit der individuellen Datenbank eines Kunden direkt verknüpfen kann. Die gute Nachricht ist aber, dass ich ein breit aufgestelltes Netzwerk habe, das all jene Dinge liefern könnte, die ich nicht kann, die aber häufig zusammen gewünscht werden.

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