„Ich pflanze ein Lächeln“ von Thich Nhat Hanh

meditation
CC BY-SA 2.0 Jeff Kubina
Letzte Woche las ich das kostenlose eBook „Ich pflanze ein Lächeln“ von Thich Nhat Hanh. Der Autor ist ein recht bekannter buddhistischer Mönch, geboren 1926 und bereits zu Zeiten des Vietnam-Kriegs hielt er 1963 an der Columbia University Vorlesungen. 1967 wurde er sogar von Martin Luther King für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen, als dieser sich nach intensiven Gesprächen mit Hanh erstmalig öffentlich gegen den Vietnam-Krieg aussprach.

Hanh ist Begründer des sogenannten „engagierten Buddhismus“, der sich vor allem durch ganzheitliches Denken und Engagement zur die Beseitigung ökonomischer, sozialer, gender und humanistischer Benachteiligung auszeichnet. Das Grundprinzip „Nur wenn in mir Frieden herrscht, kann ich anderen Frieden bringen“ beschreibt den grundsätzlichen Tenor recht treffend. In seinen zahlreichen Publikationen beschreibt Hanh, wie Meditation und andere spirituelle Rituale zum eigenen Frieden führen und wie mögliche Wege aussehen können, um den eigenen Frieden mit seinen Mitmenschen und der Umwelt zu teilen. „Ich pflanze ein Lächeln“ beschreibt dabei jedoch keine Rituale für ruhige Räume, bequeme Sitzkissen, Räucherstäbchen und lauschige Walgesänge, sondern befasst sich viel mehr mit Möglichkeiten der Integration in das moderne (auch westliche) Leben. Das Leben bewusst wahrzunehmen, immer achtsam zu sein, auch im Stehen, im Gehen oder im Sitzen zu meditieren, sich um Verständnis zu bemühen und auch mit negativen Emotionen umzugehen, indem man sie nicht unterdrückt oder wahllos auslässt, sondern sie in etwas angenehmeres verwandelt, sind sehr grob umrissen die Hauptinhalte des Buches.

Im Gegensatz zu anderen Religionsbezügen ist der Buddhismus generell eher „spirituell“ als „religiös“ einzuordnen, und der engagierte Buddhismus gehört meiner Meinung nach noch weiter weg von den Charakteristiken einer Religion als andere buddhistische Strömungen. Auch Vorträge im Silicon Valley, wie beispielsweise im Hause Google, zeigen deutlich, wie wenig religiös Hanhs Ansatz ist.

Ich kann die Lektüre von „Ich pflanze ein Lächeln“ (PDF) jedem, der sich für Spiritualität interessiert, vor allem als Einstieg empfehlen. Aufgrund der Kürze werden Ideen und Gedankengänge auf einer nur mittel ausgeprägten Ebene präsentiert, zwar mehr als oberflächlich, doch nicht vollständig ergründet und damit immer noch viel Raum für eigene Gedanken gewährend.

2 Gedanken zu „„Ich pflanze ein Lächeln“ von Thich Nhat Hanh“

  1. Jep das stimmt, auch dieses Buch ist sehr zu Empfehlen Ärger: Befreiung aus dem Teufelskreis destruktiver Emotionen

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