Kategorie: Man müsste mal wieder

… Kurzgeschichten schreiben zum Beispiel.

Vielleicht müsste ich mal ausprobieren, mich an den Küchentisch zu setzen, mit dem relativ beschränkten und daher ablenkungsfreien Netbook. Und Kurzgeschichten aus fremden Leben formulieren. Über Küchenfenster oder den Balkon gegenüber – oder nebenan. Über all diese Nächte, übers Aufwachen und weitermachen. Über die Feigheit, es nicht sein zu lassen, oder den Mut, alles durchzustehen für ein paar Lächeln. Über einen Kuss auf die Stirn, übers im Fahrstuhl weinen, über vier Stunden am Feldrand sitzen für einen kurzen Gruß. Über das Aufgeben von Illusionen und das Erträumen alternativer Realitäten. Über Neid und Eifersucht, über beide Seiten derselbigen. Über das Wissen um eigene Unzulänglichkeiten und den Umgang damit. Über hunderte begonnener Notizbücher, die schon seit Kindertagen beinahe traditionell abgebrochen, ausgerissen und neu begonnen wurden, wegen der Sehnsucht nach vollständigen „Werken“. Perfektionismus, der in Zerstörung ausartet. Aber nicht Zerstörungswut, sondern eher die passiv-aggressive Version davon; gegen sich selbst gerichtet. Über so tief liegende Sehnsüchte nach einem „Ganzen“ und Vollkommenheit und Anerkennung.

So viele Ideen für Anfänge. Und dabei scheinbar so wenig Durchhaltevermögen. Obwohl Außenstehende schon mal gegenteiliges attestieren. Sie sehen aber ja auch nur einen Bruchteil. Bei Anderen sehen wir nur die besten Endergebnisse, bei uns selbst viel öfter die gescheiterten Versuche.

2 Gedanken zu „Kategorie: Man müsste mal wieder“

  1. Meistens ist man sein eigener schlimmster Kritiker, und das hemmt die Kreativität. Ich glaube, es kann sich lohnen, manchmal „einfach“ drauf los zu schreiben – was wirklich nicht gut ist, kann ja im Entwürfe-Verzeichnis bleiben, und alles andere im Blog landen.
    Ich jedenfalls würde mich über die ein oder andere Kurzgeschichte freuen 🙂

  2. Ich glaube, man sollte nicht immer so hart zu sich selbst sein. Natürlich, man hat viele, tolle Pläne, die sich fantastisch anhören und die man irgendwie durchziehen will. Leider hat man nicht für alles die Zeit und/oder die Energie, Prioritäten verschieben sich aus inneren und äußeren Beeinflussungen. Wichtiger ist, dass man mit sich selbst im Reinen ist und sich selbst ein fairer Kritiker ist. Auszeiten sind auch immer wichtig, um einen anderen Blickwinkel auf die Dinge zu bekommen. Was ich sagen will: Es ist nicht immer schlimm, nicht durchzuhalten. 😉

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