In der Republik des Glücks

Im Rahmen der vergangenen Social Media Week besuchte ich das Tweet-up im Thalia Theater. Hier fand ein Experiment statt: Was würde passieren, wenn das Publikum während der Aufführung nicht nur die Erlaubnis hätte, sondern sogar explizit aufgefordert wurde, zu twittern? Und welche Möglichkeiten würde der Echtzeit-Kommunikationsdienst dem Theater eröffnen?

Ich habe für mich selbst ein paar Erkenntnisse an diesem Abend gewonnen. Erstens eine Vertiefung der Erkenntnis, die ich schon hatte: Ich bin gar nicht so interessiert am Second Screen. Auch bei irgendwelchen Fernsehereignissen o.ä. schaue ich eigentlich nur während Werbeunterbrechungen auf mein Smartphone, kaum während laufenden Programms, das mich interessiert. Im Theater war es erst recht so. Am Anfang hab ich es noch gewollt und mehrfach versucht, aber schon vor der Halbzeit hatte ich mich damit abgefunden, dass ich eben nicht so ticke und mich dann lieber zurückgelehnt und das Stück einfach so genossen.

Das Stück selbst war übrigens auch gut, thematisch passend aber nicht so bescheuert mit der Nase drauf stoßend: Bei „In der Republik des Glücks“ ging es in verschiedenen Facetten um Selbstverwirklichung, Selbstdarstellung, Redefreiheit, aber auch Datenschutz und Datensammelwut für vermeintliche Sicherheit. Die Darstellungsformen auf der Bühne wandelten sich im Laufe des Stücks – bisher eigentlich weniger mein Ding, dachte ich, diese Inszenierung gefiel mir aber trotzdem sehr gut.

Und weil ich selbst wie erwähnt während der Aufführung nicht wirklich getwittert habe, präsentiere ich hier lieber schnell meine Lieblingsauswahl der Tweets live aus dem Saal in chronologischer Reihenfolge:

Im Anschluss an die Aufführung gab es, in Form des angekündigten Tweet-Ups, eine Diskussionsrunde mit den Schauspielern und dem Publikum, an der ich aber leider nicht mehr teilgenommen habe, es war mir zu spät und ich war zu überwältigt von den vielen Eindrücken, dass ich sowieso nicht mehr hätte zuhören können.

Achja, eine letzte Erkenntnis noch: Wenn ihr glaubt, jemand der mit einem Tablet Fotos aufnimmt, sieht lächerlich aus, dann stellt euch mal jemanden vor, der dafür sein Macbook Pro benutzt. Ja, es sieht wirklich ziemlich merkwürdig aus. Schien aber wohl ganz gut zu funktionieren. No offense an den Herren zwei Sitze neben mir, aber das hinterließ wirklich einen bleiben Eindruck.

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