Planetarium Hamburg - CC by 2.0 Juan José Montero

Inka-Mumien im Planetarium

Ich gehöre ja zu den Menschen, die nachts besser schlafen können, wenn es nicht völlig still ist. So bin ich Fan von Hörspielen geworden, und wie so viele meiner Generation höre ich am liebsten Die Drei ???. Die Sprecher gehen seit geraumer Zeit auf Live-Tourneen um jeweils die neuste Folge der Hörspielreihe, die wegen ihres großen Erfolgs auch weiterhin noch produziert wird, vorzustellen. Nicht selten lese ich in meinem Facebook-Stream um 0 Uhr Flüche über überlastete Buchungsserver oder Jubelschreie über ergatterte Tickets. Deshalb habe ich mich umso mehr gefreut als ich auf der Fanpage der Hörspielserie – ja natürlich bin ich Fan! – las, dass es im Planetarium Hamburg besondere Vorstellungen geben wird.

Drei neue Folgen, die regulär erst 2015 erscheinen werden, sind nacheinander als Aufzeichnungen im Planetarium zu hören. Das Besondere: 60 Lautsprecher und vier Subwoofer ermöglichen ein 360-Grad-Hörerlebnis. Die erste der drei Folgen, „Die drei ??? – das Grab der Inka-Mumie“, läuft bereits seit Ende Juli und vor kurzer Zeit habe ich sie mir auch endlich angehört.

Die Technik ist auf eine ähnliche Weise beeindruckend wie 3D im Kino, macht mir aber deutlich weniger Kopfschmerzen. Zu Beginn der Vorstellung gibt es eine kleine Einführung durch das Planetarium und anschließend noch eine Video-Aufzeichnung in der Oliver Rohrbeck, der Sprecher vom ersten Detektiv Justus Jonas, die Zuhörer willkommen heißt. Diese wird auf die Kuppel projiziert, dann kurz unterbrochen und man hört das Geräusch von Schritten quer auf die andere Seite des Raumes, und das Video wird dann auf dieser anderen Seite der Kuppel zu Ende abgespielt. Eine schöne Herangehensweise, um den Kopf vorzubereiten auf den ungewohnten Effekt.

Planetarium Hamburg - CC by 2.0 Juan José Montero
Der Projektor im Planetarium
CC by 2.0 Juan José Montero
Während des Hörspiels fühlt man sich dann tatsächlich wie ein Mäuschen: Die Geräusche scheinen direkt über dem Kopf zu passieren – nicht hoch oben in der Kuppel sondern wirklich fast direkt auf Kopfhöhe. Die Stimmen wandern, bewegen sich durch den Raum, und wenn man die Augen geschlossen hat kann sich man sehr gut vorstellen, im selben Raum zu sein. Parallel werden auf der Kuppel ein paar sparsame, visuelle Effekte eingesetzt, die die unterschiedlichen Orte darstellen, an denen das Hörspiel stattfindet. Im Kellerraum ist zum Beispiel natürlich alles dunkel, wenn die drei Detektive draußen unterwegs sind wandern träge dunkle Wolken über einen dunklen Himmel und in der Zentrale ist der Himmel statisch und unbewegt, als stünde man vor dem Wohnwagen auf dem Schrottplatz und lauschte.

Durch diese minimale Beleuchtung ist der Raum auch nur selten vollständig dunkel, was mir auf Dauer sicher auch unbehaglich geworden wäre, denn immerhin gibt es 253 Plätze im Planetarium, das heißt also auch bis zu 252 Mitmenschen im Raum. Wie man unter diesen Bedingungen einnicken kann, wie es mein Sitznachbar und sicher viele andere zwischendurch getan haben, kann ich persönlich ja absolut nicht nachvollziehen. Ersterer wachte übrigens auch recht schnell wieder auf.

Wenn ihr jetzt auch Lust bekommen habt: Beim Planetarium gibts noch so einige viele Vorstellungen, sowohl von der ersten Folge, als auch von der zweiten, die im Oktober startet:
Tickets für Die drei ??? – das Grab der Inka-Mumie im restlichen September und neun Sondervorstellungen bis im Dezember oder gleich
Tickets für Die drei ??? und der Tornado-Jäger ab Oktober.
Für die dritte Folge „Die drei ??? – und das kalte Auge“ gibt es bisher noch keine Tickets, die Vorstellungen werden wohl auch erst im Januar 2015 beginnen.

Hier eine Hörprobe zur nächsten Folge Die drei ??? und der Tornado-Jäger:

Ein Gedanke zu „Inka-Mumien im Planetarium“

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