I love JvM

Heute morgen wurden auf Twitter mal wieder Vorwürfe gegen böse Werbung laut. Diesmal aber keine drohenden Shitstorms wegen Fleischverzehr, Regenwaldvernichtung oder Menschenrechtsverletzungen, sondern ein Plagiatsvorwurf an die berühmt-berüchtigte Werbeagentur Jung von Matt. Schon wieder. Die „Big Player“ der Werbebranche, klauten sie eine Idee oder ließen sie sich nur inspirieren? Wie früher bereits Steve Jobs (falsch) zitierte: Good artists copy, great artists steal. Eine beliebte Rechtfertigung, wenn gerade im Kreativbereich Verdachtsmomente für ein Plagiat aufkommen, doch kann man solche Vorwürfe wirklich einfach mit einer Handbewegung vom Tisch fegen?
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Dancing Auschwitz – schwarzer Humor oder ernsthafte Betrachtung?

Seit einigen Tagen kursiert im Internet ein Video namens „I will Survive: Dancing Auschwitz“. Zu sehen sind fünf Menschen, die zum Gloria Gaynor Song „I will survive“ tanzen – vor verschiedenen Konzentrationslager-Gedenkstätten, Synagogen und ähnlichen Kulissen in  Polen.

Was auf den ersten Blick wie ein ziemlich antisemitischer Scherz wirkt soll aber keiner sein. Bei den fünf Leuten handelt es sich um drei Generationen einer Familie, deren Großvater ein Holocaust-Überlebender ist. Im Video trägt er ein zweitweise gut zu sehendes T-Shirt: „Surviver“. Seine Tochter Jane Korman hat dieses Video nach eigener Idee umgesetzt und auf YouTube veröffentlicht.

In jüdischen Kreisen wurde das Video (welches übrigens erstmals im Dezember 2009 veröffentlicht wurde) teilweise hart kritisiert, wirkt es doch im ersten Moment wie eine Verballhornung des Holocausts. Doch laut Kormans Aussage soll es das selbstverständlich nicht sein, sondern vielmehr das Überleben gefeiert werden. Kormans Vater sagte darüber „we’re dancing, we should be dancing, we’re celebrating our survival and the generations after me“.

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Online-Selbstvermarktung – moderne Prostitution?

Ich hab mal wieder was zur Diskussion zu stellen. Das Thema diesmal lautet „Eigenvermarktung im Web“, auch bekannt als „Personal Branding“ (wobei Letztere theoretisch nicht auf’s Web beschränkt wäre – wir tun aber mal so als ob). In Deutschland verhältnismäßig wenig, wie meistens, weltweit aber definitiv ein Phänomen. Es gibt Menschen, die so eine Art „Online-Promis“ darstellen, unser wohl berühmtestes deutsches Beispiel dafür ist Sascha Lobo. Aber manch einer kennt sicherlich auch Online-Berühmtheiten wie Perez Hilton oder vielleicht sogar Jessica Watson oder Abby Sunderland. Die letzteren beiden sind erst süße 16 Jahre jung, haben aber schon 11.000 bis 12.000 Fans auf ihren Facebook Fanpages, denn beide (unabhängig voneinander) umsegeln alleine die Welt. Medienberichte wie zum Beispiel hier im Spiegel werfen ihnen ihre starke Selbstvermarktung vor, als wäre das was Schlimmes.

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Linkschleuder oder Contentproducer?

Heute versuch ich mal was Neues: Eine Kategorie namens „Diskussionsbedarf“ ist jetzt eingerichtet und dies soll der erste Beitrag sein. Ich wünsche mir hier ein bisschen Beteiligung in Form von Kommentaren mit Meinungen oder auch eigenen Fragen zu dem Thema in die Runde, und hoffe mal ganz uneigennützig das sich wirklich eine kleine Diskussion dazu ergibt.

Das Thema „Leseempfehlungen auf Blogs“ beschäftigt mich schon seit geraumer Zeit. Vor allem hatte ich selbst schon vor längerem darüber nachgedacht, sowas auch einzuführen, es für mich aber wieder verworfen. Doch nun habe ich die subjektive Beobachtung gemacht, dass das total „in“ ist und immer mehr Blogger damit anfangen.

Ich kenne Leseempfehlungen von diversen Bloggern als mehr oder weniger  regelmäßige Kolumne. Die Links führen dann zu Artikeln, die thematisch mit dem Blog gut zusammenpassen und deswegen den Leser desjenigen Blogs auch interessieren könnten. Sie behandeln oft Themen, die gerade (tages-)aktuell sind, denen sich der Blogger aus Zeitmangel aber nicht widmen konnte oder es sind weiterführende Berichte oder Meinungen zu Themen, über die er vorher schon geschrieben hat. Meistens (aber nicht immer) werden zu jedem empfohlenen Link auch entweder ein wenige Sätze umfassendes Exzerpt oder eine eigene Zusammenfassung gegeben, damit der Nutzer weiß, ob sich der Klick lohnt oder eher nicht.

Ich sehe jetzt allmählich immer mehr Blogs, die diese Art von Kolumne auch bei sich einführen – und langsam beginne ich mich zu fragen, ob sich das Abo des jeweiligen Feeds überhaupt noch lohnt. Die Blogosphäre referenziert sich bekanntermaßen sehr häufig selbst, und egal ob man diesen Aspekt jetzt gut oder schlecht findet, wird mit solch einer Kolumne diese gegenseitige Referenzierung auf ein neues Maß getrieben.

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