Soziale Netzwerke

Digitale Erinnerungssammlung mit Memolane

Kennt ihr noch friendfeed oder lifestream.fm? Vielleicht habt ihr da ja auch noch eine Kartei-Leiche herumliegen, so wie ich. Diese und ähnliche Services nennt man Aggregator, weil sie die Inhalte all der benutzen Networks zusammenführen und schön übersichtlich zusammenstellen. Und man kann sich nochmal mit allen möglichen Leuten anfreunden. Mittlerweile finden das viele Leute recht sinnlos, und eigentlich ist es das auch (für den durchschnittlichen Anwendungsfall jedenfalls).

Dann kamen digitale Visitenkarten wieder in Mode, sowas wie flavours.me oder about.me und noch andere. Im Gegensatz zu früher schreibt man da aber nicht mehr Postanschrift, Telefonnummer und E-Mail hin, sondern verbindet die Konten von Twitter, Facebook und so weiter damit und hat so eine leicht zu merkende, kurze Adresse, die man jemandem den man kennen gelernt hat nennen kann, und der kann dort gleich sehen auf welchen Netzwerken man so alles ist und sich gegebenenfalls vernetzen. Kann man machen.

Heute will ich euch aber von einer interessanten Art von Aggregator erzählen, der alles besser macht – sonst würde sich der Beitrag ja nicht lohnen.

memolane logo

Memolane heißt der Service, befindet sich derzeit noch in einer geschlossenen Beta und besticht nicht nur durch hübsches Design und gute Usability, sondern vor allem durch den Sinn hinter den Funktionen. Auf Memolane werden einmal täglich alle Beiträge der Netzwerke geladen (ihr wollt Echtzeit? Ihr seid verwöhnt!), die Streams von Freunden verstopfen die vertikale Zeitleiste dabei aber nicht – kein Mashup aller Freunde also. Und die schönste und meines Erachtens zentrale Funktion von Memolane: Ich kann stories erstellen.

The Social Network – kleiner Review

Sonntag kam ich dank der O2Crew, die Freikarten für Events verschleudern, in den Genuss “the social network” (den Facebook-Film) gratis in einer “Preview” anzusehen. Kleines Fazit vorweg: Kann man durchaus gucken, den Film. Ist nett gemacht, “gefällt mir”.

Erwartet nichts, was euch umhaut. Erwartet keine Programmiersprachen und erwartet keine bahnbrechenden Erkenntnisse. Dann könnt ihr den Film sehr gut ansehen. Filmisch betrachtet gefällt er mir sogar richtig gut: Das Tempo, die Schnitte, die Szenerie, die Musik, das Licht… Alles gute Arbeit! Die Schauspieler, bis auf ein paar Nebenrollen, haben einen klasse Job gemacht. Die Dialoge geben hier und da ein paar Witze, vor allem viel trockenen Humor her. Aber es ist keine besondere Komödie.

Storytechnisch geht es um die Gründung von TheFacebook (Der größte Beitrag von… Ach ne, keine Witze verraten!), wobei wir mehrere Zeitsprünge zwischen der ursprünglichen Story und zwei später stattfindenden Gerichtsverfahren machen. Ein Verfahren durch Klage der Winklevoss-Brüder, die behaupten, ihre Idee sei gestohlen worden, und ein Verfahren auf Anklage durch Zuckerbergs einzigen Freund Eduardo Saverin. Wie man sich denken kann war das mit der Freundschaft fortan mal.

Wie viele deiner Facebook-Freunde kennst du wirklich? [Tool]

Bereits seit der Welt Kompakt Werbeoffensive wissen wir: “Wir haben online so viele Freunde, dass wir ein neues Wort für die echten brauchen”. Auch wenn wir damit nicht zwangsläufig gleich reif für eine neue (oder überhaupt eine…) Zeitung sind, beschreibt dieser Spruch sehr gut den Stand der Dinge. Erst kürzlich ergab sich ein interessantes Gespräch mit einem Bekannten, aus dem hervorging, dass selbst “wir Onliner” manchmal Probleme mit einer solchen Unterscheidung haben. Echte Freunde, online Freunde, “Real life Freunde”, virtuelle Freunde… Naja, das Wort allein ist eigentlich auch nicht das Wichtigste.

Es gibt ja so Leute, zu denen ich mich selbst bis vor einiger Zeit auch zählte, die auf Facebook und Co von vorneherein nur richtige Freunde annehmen. Doch irgendwann stellte zumindest ich fest, dass die Leute die ich dort annahm – trotz des eisernen Vorsatzes – irgendwann zu weitestgehend Fremden werden. Klar, jeden schon mal getroffen, aber was heißt das schon?

Wenn jetzt jemand unter euch immer noch der festen Überzeugung ist, nur echte Freunde bei Facebook zu haben, dann probiert doch mal das folgende Tool aus: How Many Friends Do You Know? Im Anschluss ärgert ihr euch dann vielleicht genauso wie ich über die Leute mit den lustigen Namen wie Andy G. Wehre von denen ihr sofort wisst, dass sie Andreas heißen und das auch eingetippt habt… Oder über die tausendfachen Statement-Bilder und ach so witzigen Piktogramme, die manche Leute lieber als echte Profilbilder haben.

Onlinekram im Offline-Leben

Eine Ausbreitung von Online-Netzwerken im echten Leben – klingt im ersten Moment irgendwie ziemlich merkwürdig. Muss es aber gar nicht sein, wie einige aktuelle Kunstprojekte/Streetarts zeigen, zum Beispiel der durchaus bekannte I like-Button:
Frühstück Nummer 2 in Varese
CC Some rights reserved by Jürg Stuker on flickr

Und auch ein Dislike-Button wurde von slowRFX schon in Berlin gesichtet:
German newspaper #BILD adbusting with #facebook #dislike butt... on Twitpic

Gut, das meiste davon kennt man schon. Aber es gibt auch ein paar neue Visualisierungen des Themas, wie das Projekt von Agnes Lison und Marcel-André Casasola Merkle. Hier geht es um Flattr: