Soziale Netzwerke

Manche Trägodien bringen Helden hervor, andere dagegen Monster

Gestern sind durch einen tragischen Vorfall auf der Loveparade mindestens 18 Menschen zu Tode gekommen. Schlimm genug, diese Sache, und die auch (ziemlich übliche) mediale Ausschlachtung eines solchen Vorfalls. So hat BILD online zum Beispiel Bilder von den toten Opfern der Massen-Panik gezeigt.

Und selbstverständlich findet in der Welt da draußen kaum ein Ereignis statt, das nicht auf twitter kommentiert wird. Bei solch einem Vorfall gibt’s natürlich umso mehr Kommentare dazu. Selbstverständlicherweise gibt es Twitpics und sogar kurze Video-Mitschnitte von Augenzeugen – und ne ganze Menge von Leuten teilen sie fleißig weiter durch ihre Timelines, sodass man stundenlang überhaupt nicht an dem Thema vorbei kommt. Als dann die Fotos auf BILD online zu sehen waren, ging natürlich ein moralapostelmäßiger Aufschrei los! Furchtbar, pietätlos, unmoralisch und überhaupt und sowieso. Nicht zu verantworten sei sowas, gerade für ein Massenmedium!

Achso? Wenn ihr sowas twittert/retweetet geht das okay, aber wenn BILD es online stellt ist das hochgradig verwerflich? Ja ne, ist klar. Hallo Doppelmoral sag ich nur.

Failwhale – Wahlfail? Ladies and Gentlemen, Mr. President: Chriiiiistiiaaaaaaaan Wuuuuuuuulff!

Gestern war der Tag der Bundespräsidentenwahl in Deutschland. Nach dem dritten Wahlgang war dann endlich offiziell raus: Christian Wulff ist es. Als gebürtige Niedersachsin kam ich schon mal zu der Ehre, dem Mann die Hand zu schütteln (das klingt jetzt als ob das freiwillig gewesen wäre…. Sagen wir so: Als Mitarbeiterin im Service hatte ich natürlich die Verpflichtung, höflich zu sein) und lebte damals auch unter seiner “Herrschaft” in diesem Bundesland. Und ich hab es überlebt. Er bringt also wohl keine Untertanen um.

Spaß beiseite, sagen wollte ich eigentlich:

Online-Selbstvermarktung – moderne Prostitution?

Ich hab mal wieder was zur Diskussion zu stellen. Das Thema diesmal lautet “Eigenvermarktung im Web”, auch bekannt als “Personal Branding” (wobei Letztere theoretisch nicht auf’s Web beschränkt wäre – wir tun aber mal so als ob). In Deutschland verhältnismäßig wenig, wie meistens, weltweit aber definitiv ein Phänomen. Es gibt Menschen, die so eine Art “Online-Promis” darstellen, unser wohl berühmtestes deutsches Beispiel dafür ist Sascha Lobo. Aber manch einer kennt sicherlich auch Online-Berühmtheiten wie Perez Hilton oder vielleicht sogar Jessica Watson oder Abby Sunderland. Die letzteren beiden sind erst süße 16 Jahre jung, haben aber schon 11.000 bis 12.000 Fans auf ihren Facebook Fanpages, denn beide (unabhängig voneinander) umsegeln alleine die Welt. Medienberichte wie zum Beispiel hier im Spiegel werfen ihnen ihre starke Selbstvermarktung vor, als wäre das was Schlimmes.

Bei den Location Based Services tut sich gewaltig was!

Und das ausnahmsweise nicht ausschließlich in den USA – obwohl dort wie immer am meisten. Kurze Einleitung: Was sind nochmal Location based Services? Das sind Dienste, die dem User erlauben seinen aktuellen Standort seinen Freunden (wahlweise auch öffentlich via Twitter) mitzuteilen. Der wohl berühmteste Dienst ist Foursquare, vor allem beliebt für seinen spielerischen Charakter. Denn bei Foursquare kann man diverse Badges (Abzeichen) verdienen, wie zum Beispiel für das Einchecken an 50 verschiedenen Orten oder an min. 3 Orten mit einem Fotoautomaten. Außerdem gibt’s noch Punkte und man kann sich dadurch wöchentlich mit seinen Freunden messen.

Soviel zur Allgemeinbildung. Und was ist jetzt aktuell los? Fangen wir mit der schönsten Neuerung in den USA an. Die Financial Times bietet Nutzern, die in ausgewählten Partner-Coffeeshops via Foursquare eingecheckt haben, für einen begrenzten Zeitraum Zugang zum bezahlungspflichtigem Onlineangebot. Genauer gesagt sind viele Coffeeshops in Nähe der großen Busniess-Universitäten und Finanzzentren die Partner, und dem Nutzer wird über Foursquare (bei mehreren Checkins, also nicht gleich beim ersten Mal) ein Code zugestellt, der den temporären Zugang dann ermöglicht.

TV-Soap mit Stargast: Twitter

Wir habens ja schon immer gesagt: Die sind doch verrückt, die Japaner. Zumindest verrückt weit weg von uns – nicht nur geographisch sondern auch kulturell. Roboter führen in ersten Supermärkten mittlerweile Verkaufsgespräche, in berühmten Restaurants gibt es keine menschlichen Kellner, sondern Affen (die angeblich wahnsinns Trinkgelder abstauben weil sie einen sehr guten Job machen). Und Twitter ist dort extrem beliebt – und zwar so sehr, dass es sich anscheinend sogar lohnt eine ganze Fernsehserie drumherum zu produzieren.

Im Groben geht es, wie in Soaps üblich um Liebe, Hass, Intrigen und so weiter, wie auch der Untertitel “Hard to say I love you” verrät. Ein ganz typisch japanischer Untertitel übrigens, so viele Kenntnisse konnte ich in meiner Jugendbegeisterung für das Land der aufgehenden Sonne gewinnen. Neu ist eben, dass die Akteure sich über Twitter kennen lernen und es natürlich auch weiter sehr aktiv nutzen womit es sehr stark in die Serie integriert wird. Das perfekte Programm für den Digital Native, der seinen Fernseher noch nicht ganz aufgegeben hat also. Hier zwei Trailer – leider natürlich auf Japanisch und somit versteh ich offen gestanden auch kein Wort:

Verteilung Sozialer Netzwerke in Deutschland

Laut der aktuellen Studie der AGOF und Auswertung von Plan.Net bleiben soziale Netzwerke in Deutschland immer noch stark lokal verbreitet. Nur dort, wo meine Freunde sind, melde auch ich mich an – und meine Freunde hab ich eben meistens doch in meiner Nähe. Da es glücklicherweise aber nicht so viele Onlinenetzwerke wie Freundeskreise gibt, gibt es auf jedem dieser Netzwerke immer noch genügend Menschen, die ich völlig unbekannterweise zu meinen virtuellen Freunden hinzuzählen kann. Eine kurze Übersicht über die Dominanzen der Netzwerke nach Bundesländern:

15 Webseiten, die das Internet veränderten

Auf Hongkiat.com habe ich eine Liste mit eben diesen 15 Webseiten gefunden, die ich hier gerne kommentiert wiedergeben möchte. Es geht um Webseiten, die das Internet nachhaltig verändert haben, weil sie eine besondere Funktionalität o.ä. angeboten haben, die wir heute eigentlich alle als selbstverständlich wahrnehmen. Die Liste ist – für mein Befinden – nicht direkt nach Wichtigkeit sortiert, weswegen ich hier einfach die Reihenfolge übernehme.

  1. Wikipedia
    Als ich auf dem Gymnasium war, war Wikipedia eigentlich schon groß und allgemein bekannt. Meine Lehrer gaben bei den meisten Hausaufgaben mit, dass Wikipedia als Quelle nicht alles sei und vor allem, dass Copy&Paste kein Ersatz für Hausaufgaben wäre. Das hat uns Schüler selbstverständlich nicht interessiert und die normalen Hausaufgaben wurden zu 95% von Wikipedia übernommen (bis auf Mathe).

Check.In – eine App für Alles

Location-based Services sind total in. Jeder teilt neuerdings gerne mit, wo er sich befindet und ab und zu auch, was er da macht. Am liebsten nicht nur über den jeweiligen Services, sondern jeder Checkin wird auch gleich parallel auf Facebook und Twitter veröffentlicht. Damit’s auch wirklich jeder mitkriegt, wo ich gerade bin. Hallo, Datenschutz? — Aber das ist eine andere Geschichte.

Wer sich noch an die Zeit vor Foursquare, Gowalla und Google Latitude erinnern kann, der kannte damals vielleicht Brightkite. Brightkite bot schon länger quasi den selben Webservice an, also Einchecken an irgendwelchen Orten und seinen Freunden dies mitteilen. Auch Twitter war schon integriert. Aber Brightkite war nie so bequem und berühmt, geschweigedenn spaßig wie die neueren Services mit Badges und so weiter.

Etikette in Social Networks

Ich hab mir mal wieder ein paar Gedanken über Social Networks und so gemacht. Diesmal kam der Anlass aus dem eher flüchtigen Bekanntenkreis via Facebook. Auch wenn Facebook und Co noch nicht wirklich Mainstream sind, zumindest in meiner Welt sind sie eben extrem weit verbreitet.

Heute geht es um den Beziehungsstatus. Zwei flüchtige Bekannte von mir waren ein Pärchen. Keine Ahnung wie lange, ob eher Jahre oder Monate, aber ich habe sie als Pärchen kennen gelernt und pflege zu beiden eher flüchtigen (wenn auch sehr netten) Kontakt, mehr nicht. An einem Tag sah ich nun auf Facebook von der einen Person: “XY ist single”. Oha! Gleich einige “Find ich gut” von mir nicht bekannten Personen dazu, die ersten Kommentare waren für Außenstehende nicht verständlich. Die Frage ist nun: Wie geht man mit sowas eigentlich “richtig” um?